Polen 2006 (Seite 2)
Auschwitz Birkenau
12.05.06 (550 km)
Das Hotel hat schon bessere Tage gesehen. Aus dem Kaltwasserhahn kam die ersten zwei Minuten braunes Wasser, die Aufzugtür funktioniert auch nicht mehr richtig. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis das Hotel stillgelegt wird. So, das nur dazu. Nach dem Frühstück packe ich meine Varadero und fahre Richtung Kattowitz, dann auf die A4 Richtung Breslau, weiter nach Dresden. Klasse Autobahn, sicher von EU Geldern bezahlt!
Am späten Nachmittag steuere ich einen Campingplatz bei Pirna an. Ein sehr sauberer Platz, super Sanitäranlagen und das für 9 € die Nacht. Bei der Anmeldung am Campingplatz ist mir erst bewusst geworden, das ich mich um einen Tag verrechnet hatte. Ich wollte doch zwei Tage in Dresden bleiben. Nun muss ich schon morgen nach Hause. Macht nichts, trotzdem werde ich mir die Frauenkirche noch ansehen.



13.05.06 (480 km)
In der Nacht hatte es Gewitter gegeben. Ein bisschen Schiss hatte ich schon im Zelt. Sonst hatte ich bei solchem Wetter immer die Nächte im Wohnmobil verbracht. Am Morgen fuhr ich dann von Pirna ins 25 km entfernte Dresden. Es war alles gut ausgeschildert Richtung Zentrum. Ich stellte das Motorrad in einer Seitenstraße ab, unweit von der neu errichteten Frauenkirche. Als ich dann im Zentrum ankam, stand sie da - die Frauenkirche - für mich ein tolles aus Menschenhand geschaffenes Bauwerk. Ich schaute ich mir noch den Zwinger und die anderen Bauwerke an. So viel Touristen habe ich noch nirgendwo auf einen Haufen gesehen. Mit zig Bussen wurden die Touristen angekarrt. Alleine bei der Frauenkirche gab es eine 200 m lange Schlange um den Innenausbau, für 8 € Eintritt, anzuschauen zu können. Nach der Besichtigung ging es dann auch langsam nach Hause. Ich bevorzugte die Bundesstrasse, immer an der Elbe entlang. Die Orte Meißen und Riesa ließ ich hinter mir. Es kam Torgau, die Lutherstadt Wittenberg, Zerbst. Dann bei Magdeburg wieder auf die A 2 nach Hannover. Ich hatte es geschafft! 3000 km, in einer Woche, mit dem Motorrad zurückgelegt zu haben und wieder gesund zu Hause zu sein.

Die Frauenkirche Am Theaterplatz steht die barocke Katholische Hofkirche
Der Zwinger in Dresden
Immer an der Elbe entlang bis nach Magdeburg
Mitten in einer Wohnsiedlung eine Bauruine in Zerbst
Fazit der Reise:
Die Vorurteile, die gegenüber Polen geäußert werden, sind in meinen Augen unbegründet. Sicher kann es Banden geben, die alles mögliche klauen (Gepäck, Fahrzeuge usw.). Ich habe meine Varadero überall in den Städten und bei den Besichtigungspunkten abgestellt, nichts ist passiert. Wo es bewachte Parkplätze gab, habe ich diese natürlich vorgezogen.
Die Straßenverhältnisse waren von sehr gut bis ganz schlecht (Schlaglöcher). Die Einkaufsmöglichkeiten sind wie bei uns, viele Geschäfte haben auch am Sonntag geöffnet.
Es hat unheimlich viel Spaß gemacht, mit dem Motorrad solch eine Tour zu machen. Zelten war für mich doch recht neu, da ich 18 Jahre im Wohnmobil unterwegs war. Aber dann, nach dem Zimmer in Elbing oder das Hotel in Auschwitz war ich wieder froh, mein Zelt auf einem Campingplatz aufstellen zu können. Vielleicht wissen das noch nicht alle in diesem Land, es reicht nur ein Personalausweis und die grüne Versicherungskarte (nicht unbedingt Pflicht), um nach Polen einreisen zu dürfen. Polen ist für mich noch ein Land, um günstig Urlaub zu machen. Hier einige Beispiele:
Sprit: 1,08 €
Campingplatzgebühren 2 € - 6 €
Lebensmittel sind billig
Essen gehen 4 € - 8 €.
Meine große Freude, die Honda Varadero 1000 lief wie ein Uhrwerk. Der Ölverbrauch lag bei 3000 km gleich null. Die Sitzbank und die aufrechte Sitzhaltung der Varadero lassen locker 500 km am Tag zu.



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